Es war Herbst, die Blätter bunt. Die Sonne schien auf den See eines Parks, reflektierte das Licht so schön. Der Wind wehte durch die Bäume und verteilte die Farben im Park. Ein Schwan bewegte sich elegant durchs Wasser, durchbrach die Reflexion und ließ die Sonne auf die Federn scheinen. Er besuchte jeden Tag eine wunderschöne Frau, die an den See kam. Sie sah ihn an, und verlor ein paar Tränen. 

Eines Tages, als sich wieder Tränen in den Augen der Frau bildeten, weigerte sich eine Träne hinunter zu fließen. Die anderen Tränen riefen ihr zu: 

„Komm, das ist deine Bestimmung. Du störst den ganzen Tränenfluss“ Doch deren wahre Bestimmung wussten sie nicht.

„Nein“, rief die Träne, „ich will so nicht enden, in einem Taschentuch, weggewischt und einfach weggeschmissen.“ und blockierte weiterhin den ganzen Tränenfluss. 

Die Frau, die plötzlich unfähig war zu weinen, wusste nicht was um sie geschah. Da meldete sich Hades, Gott der Unterwelt und der Trauer zu Wort: „Liebe Träne, ich fühle deinen Schmerz, deine Sehnsucht. Du möchtest nichts anderes sein, als eine wunderschöne Frau, wie dieser, der du dienst. Ist das so?“ 

„Ja.“ antwortete die Träne eingeschüchtert. 

„Ich möchte nicht mehr einfach weggewischt und vergessen werden. Ich möchte mit meiner Schönheit die Welt weniger traurig machen. Ich möchte ein Mensch werden, eine schöne Frau. Dann werde ich niemals vergessen werden. Denn schöne Frauen haben ein schönes Leben.“

Hades hatte Mitleid und wollte der Frau das Weinen wieder ermöglichen, also erfüllte er der Träne diesen Wunsch. „So soll es sein liebe Träne, du hast treu gedient. Nun kannst du dein eigenes Glück erschaffen, wenn du jetzt so unglücklich bist. Dazu musst du aber hinunter fließen.“

Vorsichtig floss die kleine Träne hinunter und ein kurzer Windstoß nahm sie mit. Trieb sie immer weiter bis zum anderen Ufer des Sees, wo sie immer mehr an menschlicher Form annahm und schließlich zu der wunderschönsten Frau wurde, die die Welt je gesehen hat. Sie war schön, wie alle Blumen des Frühlings zusammen und hatte ein Lächeln, so schön wie die Frühlingssonne.

„Dein Name soll Lacrima sein, damit du dich erinnerst, woher du kommst.“

Geschaffen nach Persephone, Göttin des Frühlings und Hades geliebte Frau, trug Lacrima nur ein dünnes Frühlingskleidchen. Der kalte Herbstwind wehte und ihr war schrecklich kalt. Um etwas warmes zum Anziehen zu finden, lief sie los ins nächste Dorf und klopfte an der Tür des ersten Hauses. 

Ein Mann öffnete die Tür, bei ihrem Anblick verschlug es ihm die Sprache. 

„Wer ist da?“, rief eine weibliche Stimme von drinnen. 

„Ich, ich weiß es nicht.“ stotterte der Mann.

Die andere Stimme kam näher: „Wie, du weißt nicht?“

Es war seine Frau und als sie die wunderschöne Lacrima sah, warf sie ihrem Mann einen bösen Blick zu, sagte zu ihr:
„Was willst du hier? So eine wie dich brauchen wir hier nicht.“ und schlug die Tür zu. 

Lacrima fragte sich, warum das eben geschah. Doch weil sie so fror, ging sie weiter zum nächsten Haus. Dort erlebte sie wieder das gleiche. Anfeindungen und abwertende Blicke. „Was stimmt nur mit mir nicht?“, fragte sie sich als nur noch ein Haus vor ihr lag. Sie ging hin und klopfte, bereitete sich darauf vor, dass wieder eine Frau ihr die Tür vor der Nase zuschlagen würde. Doch diesmal kam es anders. Eine junge Frau öffnete die Tür, sie schien nett, bat sie herein und gab ihr was zum Anziehen. Es war ein alter, ungewöhnlich hässlicher Pullover, doch Lacrima war dankbar. Ihr war nicht mehr kalt. 

„Ich heiße Lacrima und bin erst seit heute hier.“

„Lacrima ist aber ein ungewöhnlicher Name. Ich heiße Isabella, ich bin auch neu hergezogen. Ich fahre gleich in die Stadt und treffe ein paar Freunde. Komm doch mit!“, sagte die junge Frau.

„Ach, so gerne, danke für die Nachfrage. Heute war noch keiner nett zu mir!“, sagte Lacrima bedrückt und erfreut zugleich.

„Wirklich? Kann ich mir gar nicht vorstellen.“ sagte Isabella und schaute sie mit einem etwas musternden Blick an.

Die beiden fuhren also in die Stadt und alle Männer, die ihnen über den Weg liefen, schmachteten Lacrima ununterbrochen an, trotz des hässlichen Pullovers. Isabella schenkten sie keinen einzigen Blick. Im Café angekommen, flirtete der Kellner mit Lacrima, schenkte ihr sogar einen Drink. Lacrima bedankte sich freundlich mit einem Lächeln.
„Komm bald mal wieder, Süße.“, sagte der Kellner. Doch Isabella beachtete er kaum, vergaß sogar ihre Bestellung aufzunehmen und schmachtete nur Lacrima an.

Isabella sprach kein Wort mehr und verließ einfach das Café. Lacrima wusste nicht, was passierte. Sie lief ihr hinterher und fragte, wohin sie gehe. Isabella riss sich los und sagte: „Ich will mit dir nichts zutun haben, danke. Ich mag den Kellner und nun hat er mich dank dir nicht mal beachtet. Jetzt lass mich in Ruhe du Flittchen.“

„Flittchen? Was soll das denn bedeuten?“, fragte sie sich.

Enttäuscht blieb Lacrima alleine zurück und wunderte sich, was mit Isabella auf einmal los war. Wieso war sie so anders zu ihr ganz plötzlich? Sie hatte doch nichts getan. 

Wieder allein, schlenderte sie durch die Stadt. Sie sah einen Laden mit schöner Kleidung. Sie ging hinein und der Verkäufer verstummte zunächst, wie jeder Mann, der sie ansah. Geblendet von ihrer Schönheit ließ er andere Kunden stehen und steuerte auf sie zu. „Schöne Frau, was kann ich Ihnen bringen? Ich hätte hier wunderschöne Stiefel und einen wunderschönen Mantel aus Samt. Das ist das schönste, was ich im Laden habe. Nur das wäre Ihrer Schönheit würdig. Ich schenke es Ihnen sogar, wenn Sie mich heute Abend besuchen kommen würden.“ sagte er mit einer gierigen Stimme. 

Lacrima war mehr als erfreut und nahm sein Angebot an, denn Geld hatte sie sowieso keines. Sie zog die Kleider direkt an und verließ den Laden. 

Als sie ein paar Meter gelaufen war, erklang eine ruhige liebliche Männerstimme von hinten: „Junge Dame, ich habe die Kleidung für Sie bezahlt. Aber tun Sie mir einen Gefallen und halten Sie Ihr soeben gegebenes Versprechen nicht ein. Der Mann wollte Sie besitzen. Ich kenne diesen Ladenbesitzer schon eine Weile, er ist ein Trophäenjäger. Machen Sie’s gut und passen Sie bitte auf sich auf. Sie klingen wie ein herzensguter Mensch, lassen Sie sich nicht ausnutzen“

Sie gingen gemeinsam ein Stück. Lacrima war so überwältigt von der Nettigkeit und der Bewunderung, die sie von Männern bekam, erzählte und erzählte, hörte nicht mehr auf zu reden. Sie lachte dabei immer wieder und betonte, wie schön die Welt doch ist als Mensch.

Dann verabschiedeten sie sich voneinander und sie machte sich im Laufe des Abends keine weiteren Gedanken um den mysteriösen Mann mit Hund.

Als es spät und dunkel wurde, machte Lacrima Halt in einer Bar, denn sie hörte Musik ertönen. Musik machte ihr Freude, das konnte sie jetzt gut gebrauchen nach dem anstrengenden und verwirrenden Tag. Sie setzte sich hin und genoss den Klang der Musik. Es dauerte nicht lange, da kam der erste Mann zu ihr:

„Darf ich mich setzen schöne Frau?“

„Aber natürlich.“ erwiderte sie mit ihrem bezaubernden Lächeln.

So begeistert und hingerissen von all den Eindrücken der Stadt, ließ sie alle Vorsicht außer Acht. Der Mann gab ihr dutzende Komplimente und erntete neidische Blicke seiner Geschlechtsgenossen. 

„Wo geht’s denn heute noch hin danach?“ fragte er neugierig.

Lacrima machte sich bisher keine Gedanken, wo sie übernachten sollte. Denn ein Zuhause hatte sie nicht. 

Sie lachten viel, verstanden sich prächtig. Er lud sie zu sich nach Hause ein, nachdem er ihre Geschichte hörte, er könne ja bei ihm übernachten. Er war äußerst nett und zuvorkommend, so beschloss sie nach ein paar Drinks mit ihm nach Hause zu gehen. 

Bei ihm Zuhause angekommen, tranken sie weiterhin einige Drinks. Lacrima kannte den Geschmack und die Wirkung von Alkohol nicht, sie war aufgeschlossen und sorglos und übermutig denn je. Es dauerte nicht lange, da näherte er sich ihr. Schloss sie in die Arme und wollte sie küssen.

„Nein!“ erwiderte sie hastig.

„Wieso nicht? So eine wie du, die so aussieht, die will das doch.“ sagte er verärgert.

„Lass mich!“ schrie sie und rannte zur Tür hinaus. 

Draußen war es inzwischen Nacht geworden, die Temperaturen sanken drastisch. Ihr dünnes Mäntelchen war zwar schön, hielt sie aber nicht warm. Die Stiefel waren zwar edel, hielten ihre Füße aber nicht warm.

„Wohin denn jetzt?“ dachte sie sich bestürzt und ihr fiel der Ladenbesitzer ein.

Sie lief schnell zum Laden und sah ein Licht brennen. Sie klopfte an der Tür und der Verkäufer machte zu später Stunde noch auf. Mit einem schmutzigen Lächeln im Gesicht schloss er die Ladentür hinter ihr zu.
„Kommen Sie also doch noch vorbei, das freut mich sehr.“ sagte er.

Es war herrlich warm dadrin und der Mann machte einen vertrauensvollen Eindruck. 

„Komm, ziehen Sie ihren Mantel aus und machen Sie es sich vor dem Kamin bequem.“

Er merkte, dass sie schon etwas beschwipst war und holte sich und ihr einen warmen Drink. Sie trank ihn hastig aus, mit der Hoffnung es würde sie von innen wärmen. Als er ihr den leeren Becher aus der Hand nahm, drückte er seinen Körper an ihren. Lacrima war zwar bereits benommen, aber auch hier spürte sie, dass etwas nicht stimmte. Sie sprang auf und beschimpfte ihn:

„Was denken Sie von mir?!“

„Was denn? Warum sind Sie sonst hergekommen? So eine wie Sie, die so aussieht, die will das doch.“

Sie rannte zur Tür, doch die war zugeschlossen. Ihr Herz pochte wie verrückt. Sie spürte, wie die Angst in ihr wuchs, und mit ihr auch die Wut. 

Sie schrie ihn an: „Machen Sie sofort die Tür auf! Sonst schreie ich ganz laut, dass es die ganze Nachbarschaft hört.“ 

Doch er schloss nicht auf, er kam ihr näher. Zog sie von der Tür weg und schmiss sie auf das Sofa vor dem Kamin. Er riss ihr das Kleidchen vom Leib.

„Tut mir Leid, einer Frau wie dir kann ich einfach nicht widerstehen. Ich weiß, tief im Inneren willst du das doch auch. Tu nicht so bescheiden.“

Sie wehrte sich und schrie, bis ihre Schreie schließlich verstummten und sie kurz davor war, es einfach über sich ergehen zu lassen. 

Da klopfte es plötzlich an der Tür. 

„Machen Sie sofort auf, ich habe Schreie gehört und verständige sonst die Polizei.“ kam es von außerhalb der Tür. Ein Hund bellte mit jedem Wort mit.

Dem Mann blieb nichts anderes übrig, als Lacrima schließlich gehen zu lassen. 

„Kommen Sie junge Dame. Ich hatte Ihnen doch gesagt, kommen Sie nicht hier her. Bitte versprechen Sie mir, dass Sie so etwas nicht wieder tun. Man geht nicht zu Fremden zu so später Stunde.“ sagte ihr Retter, als sie durch die Straßen liefen. 

„Ist Ihnen was zugestoßen? Ich hoffe ich bin rechtzeitig da gewesen, ich hatte aus der Ferne Schreie gehört.“

Lacrima lief, schaute zu Boden, ihr Körper zitterte, ihr war schrecklich kalt, sie sprach kein Wort und beachtete ihn kaum. „Wo kann ich Sie hinbringen? Wo ist Ihr Zuhause?“ sagte der Retter erneut.

Als sie diese Worte hörte, hatte sie kein Vertrauen mehr in Niemanden. Sie rannte los. Ihr Retter kam nicht hinterher, doch rief noch paar mal Ihren Namen.

Es war dunkel, sie kam zu dem See, an dem sie einst Mensch geworden war. Die Sterne spiegelten sich im Wasser. Sie blickte hinein und verstand auf einmal, warum die wunderschöne Frau, der sie einst diente, immer an den See kam, um zu weinen:

„Ich will kein Mensch mehr sein, erst recht keine schöne Frau. Schönheit scheint ein Fluch zu sein, denn niemand sieht mein wahres Ich, nur meine schöne Fassade. Niemand will mich lieben, nur mich besitzen und sich mit mir schmücken. Freundinnen finde ich keine, denn alle sind neidisch auf mich oder haben Angst um Ihre Männer. Ich will wieder zum Anfang, wo ich eine Träne war.“

Sie blickte ins glitzernde Wasser, schloss die Augen, Tränen flossen über ihre Wangen…und sie sprang ins eiskalte Wasser.

Als sie aufwachte, war sie plötzlich in einer Welt, die sie zuvor nicht kannte. Ein Mann trat näher und sagte zu ihr: 

„Hallo meine teuerste. Ich bin Hades. Ich habe dich zu einer Frau gemacht, wie du es gewünscht hattest. Haben sich deine Träume erfüllt? Warum dann bist du in diesen See gesprungen? Wolltest du das Leben nicht mehr?“

„Ich wollte das Leben einer schönen Frau, weil ich dachte schöne Frauen haben ein schönes Leben. Aber dem ist nicht so. Ich möchte wieder eine Träne sein.“ sagte sie hastig.

„Das geht leider nicht mehr. Du bist ein Mensch, für den Rest deines Lebens. Du bist noch nicht Tod, du hattest einen Retter. Aber ich lasse dir dennoch die Wahl. Willst du dein Leben fortführen oder möchtest du für den Rest der Ewigkeit mir treu dienen in der Unterwelt? Aber bevor du entscheidest, lasse ich dich noch etwas sehen.“

Hades nahm sie mit zu einer großen magischen Leinwand, darin sah Lacrima, was geschah, nachdem sie gesprungen war.

Der Hund ihres Retters erschnüffelte ihre Fährte und führte seinen Besitzer zum See. Erst jetzt sah Lacrima, dass der Mann, der Elija hieß, blind war. Der Hund bellte wie verrückt, als sie am See des Ufers ankamen, er sprang ins Wasser und zog ihren leblosen Körper aus dem See. Der Mann verständigte sofort den Krankenwagen. Die Sanitäter führten Erste Hilfe Maßnahmen durch und brachten sie ins Krankenhaus. Ihr Retter und sein Hund wichen nicht von Ihrer Seite.

„Du liegst im Koma, meine Liebste, du wurdest in letzter Minute gerettet. Dein Retter und sein Hund wichen dir nicht von der Seite. Möchtest du ins Leben zurück kehren und Elija deinen Dank erweisen? Oder möchtest du für immer bei mir bleiben? Die Welt ist nicht nur Böse. Es gibt nicht nur schwarz und weiß.“

Sie brach in Tränen aus:

„So viele Funktionen hatte ich als Träne, ich reinigte den Körper von Wut, Trauer, Angst und begleitete den Menschen bei Freude und Leid. Dies wusste ich nicht zu schätzen und auch als Mensch, wollte ich mein Leben einfach wegwerfen……..Ich möchte leben. Bitte schicke mich zurück.“

Hades schickte Lacrima ins Leben zurück und sie wachte langsam im Krankenbett auf. Elija war an ihrem Bett eingeschlafen. Der Hund blickte sie aber bereits mit großen Augen an und weckte mit seiner Schnauze seinen Besitzer auf. 

„Hey, Gottseidank Sie sind wach. Ich hatte mir Sorgen gemacht wissen Sie? Ich wusste, dass etwas nicht stimmen konnte. Ihnen muss etwas schreckliches zugestoßen sein. Aber keine Sorge, es wird alles gut. Ich helfe Ihnen gerne das zu überstehen.“ sagte er mit besorgter aber beruhigender Stimme.

„Wieso tun Sie all das für mich?“ fragt Lacrima schwach.

„Weil ich schon bei unserer ersten Begegnung bemerkt habe, was für ein herzensguter, aufgeschlossener und optimistischer Mensch Sie sind. Ich kann Ihre äußere Schönheit zwar niemals sehen, aber Ihre innere Schönheit, die spürte ich von Tag eins.“ sagte er leicht lächelnd. 

Gerührt flossen wieder Tränen über ihr Gesicht, sie schluchzte. Er streckte seine Hand aus, strich ihr die Tränen langsam aus dem Gesicht.

„Mir ist anfangs gar nicht aufgefallen, dass Sie blind sind. Also bei unserer ersten Begegnung, meine ich. Wie machen Sie das so geschickt? So unauffällig?“ fragte sie neugierig und etwas beschämt.

„Naja, ich habe meinen Hund immer an der Leine und ich habe mir mit den Jahren antrainiert, durch mein Gehör, die Entfernung der Gegenstände zu erhören. Außerdem bin ich nicht ganz blind, ich sehe dunkle verschwommene Umrisse.“ erwiderte er bescheiden.

Lacrima und er unterhielten sich lange, sie fand ihn interessant. Er war keines der Männer, der sie auf ihr Äußeres reduzierte. Er war schlicht und ergreifend von ihrer Art und ihrer inneren Schönheit beeindruckt. Er war gebildet und hatte Humor.

Elija besuchte sie jeden Tag im Krankenhaus, las ihr aus seinem Buch mit Blindenschrift vor und sie verbrachten eine Menge Zeit miteinander. Sie genoss seine Gegenwart sehr und fühlte, wie schön es sein kann, auch für das geschätzt zu werden, was sie wirklich war. Nach einigen Wochen im Krankenhaus kam endlich der Tag der Entlassung. Lacrima hatte ein wenig Angst, dass die schöne Zeit nun enden wird. Elija spürte es in ihrer Stimme, wie sie sprach. Er beruhigte sie:

„Lacrima, ich werde zwar nie deine äußere Schönheit sehen. Aber ich sehe etwas viel Wertvolleres – deine Herzenswärme, deine Güte und deine innere Stärke, weiterzumachen und dein Lächeln nie verloren zu haben, nach all dem, was du durchgemacht hast. Das macht dich für mich wunderschön, egal wie du heute oder morgen oder in vielen Jahren aussehen magst. Ich liebe nicht dein Äußeres, sondern dein wahres Wesen. Das ist das, was mich glücklich macht. Lass mich dich lieben. Für immer und ewig.“