falsche Versprechen

Sende mir deine Geschichte!

Mein Name ist Denis. Online bin ich besser mit dem Pseudonym „TheTaz“ zu finden (meistens mit einer 25 am Ende). Zurzeit bin ich dualer Student beim bekanntesten Telekommunikationsunternehmen innerhalb Deutschlands. Wie auch immer, ich kann zurzeit nicht unbedingt sagen, dass ich mit meiner aktuellen Situation froh bin. Ich bin für das Studium von Bayern nach Stuttgart gezogen. Und mit meinen 22 Jahren habe ich auch schon in 2 Megakonzernen arbeiten dürfen. Nun ja eigentlich war ich im ersten Unternehmen nur an einen Megakonzern ausgeliehen, aber ich bin mal so frei und zähle das dazu. Zuallererst möchte ich dazu sagen: Das ist das letzte Mal, dass ich in so einem Moloch von Unternehmen bin. Ich will nicht mehr fest in solchen Unternehmen arbeiten in denen man nur noch als Zahl im System wahrgenommen wird.

Also mein erster Tipp hier in diesem „Artikel“: Wer ein familiäres Arbeitsumfeld bevorzugt, der sollte auch bei kleinen Unternehmen bleiben. Als ich nach Stuttgart gezogen bin, habe ich hier eigentlich mit nichts angefangen. Ich hatte nur mein Zimmer in der 5-er WG, in der ich gerade wohne. Für mich hieß es erstmal Freunde finden, um sozial nicht zu vereinsamen (Ja! Obwohl ich eigentlich der typische Computerfachnerd bin!). Ach so, vielleicht kurz zur Erklärung: ich studiere angewandte Informatik und bin ein RIESEN Anime Fan.

Wie dem auch sei, Freunde haben sich mehr oder weniger schnell gefunden. Da ich nicht der einzige Student in der Firma bin, konnte ich an den „Kennenlerntagen“ viele Leute kennenlernen. So kam es, dass sich ein Freundeskreis aus folgenden Personen gebildet hat: Daniela, Vale, Sebastian und Anton. Anton habe ich erst etwas später durch Daniela kennengelernt. Wie sich vielleicht der eine andere denken kann: Daniela habe ich ursprünglich angesprochen, um zu schauen, ob sie sich in einer Beziehung befindet. Da sie sich in einer Fernbeziehung befand, wollte ich einfach nur gut mit ihr befreundet sein, da sie sehr sympathisch war.

So ging das dann erstmal ein zwei bis drei Monate weiter ohne, dass etwas Großartiges passiert ist. Eines Abends war Anton mal bei mir. Wir haben ein paar Spiele gespielt und mehr oder weniger sinnloses Zeug im Internet angeschaut. Irgendwann meinte er zu mir, dass er auch an Daniela interessiert sei und wüsste, dass ich sie auch nicht ohne Grund damals angesprochen hatte. Da er damit natürlich recht hatte, konnte ich ihm nicht widersprechen, dass ich anfangs den Gedanken daran hatte (aber immer noch aufgrund der Fernbeziehung nichts weiter machen wollte). So meinte er dann, dass wir beide Daniela in Ruhe lassen sollen, bis sie wieder Single ist. Auch damit hatte ich kein Problem, ich hatte den Gedanken ja immerhin schon verworfen. Also stimmte ich zu, ohne zu merken was für ein Schneeball losgetreten wurde. Zur Info: Das höchste der Gefühle bei mir war ein Zungenkuss vor ein paar Jahren, ich war also mit dem ganzen Thema rund um Beziehungen so oder so nicht sehr vertraut.

Es verging einige Zeit. Eines Tages erhielt ich gegen Mitternacht am Freitagabend eine Nachricht von Anton. Der Inhalt lautete in etwa wie folgt: (Leicht geändert, die Verläufe wurden mittlerweile von mir gelöscht) „Denis es tut mir leid, es ist nichts passiert. Es tut mir sau Leid“. Da ich schon vorher mitbekommen habe, dass er sich etwas auffälliger in Danielas Nähe verhielt, wusste ich was passiert ist. Nachdem ich die Nachricht in der Früh gelesen hatte, habe ich ihn sofort auf allen erdenklichen Kanälen geblockt und habe Gruppen, in denen er mit uns war auch verlassen. Ich habe mich in diesem Moment einfach hintergangen gefühlt. Es hat sich angefühlt, als hätte mir jemand einen Dolch in den Rücken gerammt.

Ich habe das restliche Wochenende erst mal keinen Kontakt zur Gruppe gehabt, um meine Gedanken in Ruhe sortieren zu können. Die darauffolgende Woche habe ich mich dann mit Daniela verabredet und ihr am Abend die komplette Story erzählt. An diesem Abend habe ich erfahren, dass Daniela mit Anton bereits seit einem Monat in einer Beziehung war, nachdem sie sich von ihrer Fernbeziehung getrennt hatte. Ich werde mit Anton nie wieder ein Wort wechseln, soviel wusste ich zu dem Zeitpunkt bereits, nur wusste ich nicht, wie ich Daniela gegenübertreten sollte.

Nach ein paar Wochen der kompletten Ruhe wurde ich auf einmal in der Arbeit von Anton angeschrieben. Er erzählte, dass es so nicht weiter gehen könne und es nur zwei Möglichkeiten gebe: Entweder ich vertrage mich wieder mit ihm und kann normal mit Daniela weiter reden oder ich mache so weiter und zerstöre die Freundschaft. Im Kopf war ich zu diesem Zeitpunkt immer hin- und hergerissen, ob ich den Kontakt mit Daniela zumindest aufrechterhalten soll oder nicht, aber die Entscheidung hat mir dann Anton komplett abgenommen. Seit diesem Zeitpunkt war alles eingefroren.

Für diejenigen die sich Fragen, ob das vielleicht nicht etwas zu extrem ist, ich kann nicht mit Menschen zusammen „abhängen“, die dermaßen gegen ihre eigenen Regeln verstoßen. Und hier mein zweiter Tipp: Gehe niemals Abmachungen, wie Anton sie gemacht hat ein. Wenn du wirklich jemanden liebst, dann kämpfe mit allen Mitteln um die Person. Für mich war Daniela am Ende doch nicht diese Person.

Nach ca. einem Monat, wir hatten eine Hochschulphase, an der wir mal wieder in der Uni waren, konnte ich durch Zufall Stephanie kennen lernen. Ich war durch die ganze Anton-Daniela Geschichte etwas am Boden und freute mich über Gesellschaft. Nach der Uniphase haben wir auch weiterhin in Stuttgart etwas unternommen. Es war das erste Mal nach der Zeit, dass ich einen freien Kopf hatte. Ich fühlte mich einfach wieder gestärkt.

Wie gesagt haben wir viel unternommen, zusammen gekocht (manchmal auch nur ich und hab mir dabei ihre Geschichten angehört) und angefangen Filmabende zu planen und auch umzusetzen. Für mich war es eine schöne Zeit, in der ich Ichselbst sein konnte, ohne an irgendwas unnötigem Gedanken zu verschwenden.

Etwas Zeit verging und wir hatten unsere nächste Hochschulphase. Zu dieser Zeit ist es (leider) schon passiert, dass ich mich in Stephanie verliebt hatte. Diesmal aber richtig  im Vergleich zu Daniela. Das doofe war aber eigentlich, dass ich das diesmal gar nicht wollte. Ich hatte sie als Freundin kennen gelernt und wollte es auch so dabei belassen. Aber sie hat mir in den wenigen Wochen so viele Seiten von ihr selbst gezeigt und mir Geheimnisse anvertraut, die nur sehr wenige Menschen kennen. Ich fühlte mich an ihrer Seite auch … ich würde sagen geborgen.

Wenn ich könnte, würde ich jede freie Sekunde mit ihr verbringen. In der angesprochenen nächsten Uni Phase waren wir auch wieder viel zusammen unterwegs und haben am Abend auch wieder zusammen Serien geschaut. Weil ich gemerkt hatte, dass sie Probleme mit dem Rücken hatte (wir haben uns an dem Abend 5 Stunden eine Serie angesehen) bat ich ihr an sich gegen mich zu lehnen. Wir lagen dann zusammen da und haben den letzten Teil der Serie angeschaut. Ich hätte vermutlich für immer so mit ihr liegen können.

In der gleichen Woche habe ich noch geschrieben wie ich für sie fühle. Ich hab es einfach nicht länger zurückhalten können. Zwar wurde ich in die Friendzone geschickt. Mir ist es aber letzten Endes lieber so. Wir haben auch weiterhin etwas zusammen unternommen, aber ich glaube nichts desto trotz hat sich etwas geändert. Wir haben uns täglich geschrieben, aber ich habe seit zirka einer Woche nicht mehr angefangen in der Früh zu schreiben. Sie hat mir die ersten 2 Tage noch geschrieben, aber seit ein paar Tagen haben wir schon nichts mehr voneinander gehört.

Ich bin ehrlich gesagt müde anderen Leuten hinterher zu rennen. Warum können Menschen nicht einfach mal so, ohne Grund jemanden anschreiben und einfach mal fragen, wie es einen geht? Man muss ja nicht immer ein Ziel damit verfolgen. So gesehen bin ich mal wieder seit mehreren Tagen ohne wirklichen sozialen Kontakt in meinem Zimmer und lerne einfach für die Klausuren. Gewohnt bin ich es eigentlich schon von früher, es tut einem aber trotzdem weh von niemandem beachtet zu werden, ohne dass man selbst laut schreien muss.

Eingeschickt von Denis „The Taz“