Beijing

Endlich finde ich mal eine freie Minute, um über meine Reise nach Beijing zu schreiben. Zum ersten Mal brachte ich meinen Freund mit nach China und stellte ihn meiner Familie vor, hat wohl einen sehr guten Eindruck hinterlassen, was mich sehr freut. Auch wenn ich wirklich schon zig mal in China war, so war ich diesmal alt genug, um mir selbst einen Eindruck gemacht zu haben.

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Angefangen hat die Reise leider mit einem Desaster. Wir starteten in Zürich und stiegen in Rom um. In Beijing am Flughafen angekommen, war mein Koffer verschwunden. Man sagte mir, er sei in Rom zurückgeblieben und würde mir morgen ins Hotel gebracht werden, was leider auch nicht geschah, denn es war nicht mehr gewiss, wo genau mein Koffer sich befand. So blieb mir also nichts anderes übrig, als kurze Hosen meines Freundes anzuziehen und abzuwarten. Dabei hatte ich doch meine Lieblingsklamotten mitgenommen!

Mit Hotels hatten wir anfangs auch unsere Schwierigkeiten. Wir hatten eines rausgesucht, wo es aber dann in letzter Minute hieß, dass es für Ausländer nicht buchbar ist, da es keine vorhandene Lizenz dafür hatte. Der Standard war wohl nicht hoch genug, um Ausländer drin wohnen zu lassen. China will möglichst guten Eindruck hinterlassen. Durch Connections in der Familie sind wir dann an das Holliday Inn Hotel gekommen, was eigentlich auch schon ausgebucht war. Aber wie gesagt – Connections ist alles.

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Familie ist alles!

 

IMG_3406Die ersten Tage lief ich in mir viel zu großen Klamotten herum, wurde aber sehr gut von meinem Koffer abgelenkt, da das chinesische Essen einfach himmlisch ist! Ich kann da natürlich nur von mir und meinen Erfahrungen sprechen, aber Chinesen sind wirklich sehr zuvorkommend, wenn man sich kennt oder in der Familie Freunde hat. Ich denke es liegt auch mehr daran, dass meine Familie in China einen hohen Status hat, wovon ich jedes mal echt profitiere 😀 Ich bin dort einfach auch wichtig, meiner Familie wegen, obwohl ich hier in Deutschland echt Nobody bin.

Im Bild rechts: Mein Cousin, seine Freundin, mein Freund, meine Wenigkeit und mein Bruder. Das war unser erstes gemeinsames Essen mit ihnen. Es ist wirklich jedes Mal ein Highlight sie zu sehen.

 

 

Mmhhh yummy – Chinese Food

 

IMG_3270IMG_3198Wir werden immer in schicke Restaurants eingeladen, wo wir im eigenem Séparée essen, mit eigener Bedienung nur für uns. Jeder möchte am Ende zahlen, es ist schon fast ein Kampf jedes mal 😀 wer gewinnt, der zahlt dann. Das gehört sich dort einfach, zuvorkommend und großzügig zu sein. Geld bedeutet unter Freunden, die zur Familie gehören, nichts. Der Unterschied zu deutschen Restaurants ist auch, dass nicht jeder für sich selbst ein Gericht bestellt, sondern viele Gerichte gemeinsam oder bereits im Vorfeld bestellt wird und man dann gemeinsam das Essen teilt. Natürlich hat jeder eigene Teller, jedoch kann sich jeder aussuchen, was er isst, von dem, was auf dem Tisch steht. Essen gehen ist dort eher für die Gemeinschaft, das Beisammensein. Es ist völlig egal, ob man davon satt wird oder nicht, da man danach sowieso nochmal irgendwo anders was essen geht.

Wie ihr seht, hat das chinesische Essen in China nicht viel mit dem „chinesischem Essen“ in Deutschland oder europäischen Ländern zutun. In Europa wurde es einfach den Europäern schmackhaft gemacht und so angepasst, sodass sie es auch gern mögen. Peking Ente süß sauer gibt es in dem Sinne leider nicht. Original Beijing Roast Duck wird mit Tianmian Soße, Gurken, Frühlingszwiebelstreifen und chinesischen „Pfannkuchen“ gegessen. Es ist definitiv der Wahnsinn!

 

 

Zhōngguó Chángchéng – die Chinesische Mauer

 

Das große Highlight dieser Reise sollte natürlich die Chinesische Mauer (Zhōngguó Chángchéng) werden. Am geplanten Tag des Besuchs verpassten wir leider den letzten Zug vormittags, so beschlossen wir gemütlich was essen und anschließend shoppen zu gehen, anstatt fünf Stunden auf den nächsten Zug nachmittags zu warten. Ich fand das natürlich ärgerlich, aber wie sich später herausstellt, hatten wir riesen Glück nicht dort gewesen zu sein!

Beim Abendessen im Restaurant, sagte uns ein enger Freund der Familie – Mr. Zhou, dass wir niemals auf eigene Faust den Touristenabschnitt Badaling der Chinesischen Mauer in der Hochsaison besuchen sollten. Er zeigte uns anschließend ein Video, was genau dort zu der Zeit entstanden war. Hier sind Bildausschnitte davon, nicht erschrecken!

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Ich war ehrlich gesagt schockiert, als ich das sah. Ich glaube, ich wäre frühzeitig runtergesprungen.

Am nächsten Tag fuhren wir mit Mr. Zhou zu einer zweistündig entfernten Stelle der Mauer, namens Mutianyu. Oben angekommen fühlte es sich an, als wären wir ganz alleine dort. Natürlich waren vereinzelt Leute dort, aber so wenig, sodass sie fast nicht bemerkbar waren. Perfekt für Fotos, die den Anschein einer komplett verlassenen Mauer erwecken.

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Party hard in Beijing

 

Wie erwähnt war es jetzt das erste mal, dass ich hier richtig Urlaub mache, seit ich volljährig bin. Also lud mein Cousin Ludi meinen Freund und mich in eine Bar ein. Das erste Mal Party machen in China, mein Freund war auch sehr gespannt. Wir fuhren im Benz G-Klasse meines Cousins vor dem Club und ich fühlte mich irgendwie schon wieder viel zu wichtig, als ich war. Vorm Club standen auch schon die Flitzer in der Reihe.

Ich muss euch zunächst sagen, dass ich von jungen Chinesen immer einen total schüchternen und anständigen Eindruck hatte – kein Sex vor der Ehe und so, aber dieser Abend hat mir meine Sichtweise komplett genommen. Es wird genau so gesoffen, rumgegraptscht und geflirtet wie überall auf der Welt auch. Dort läuft auch nicht nur chinesische Musik, sondern hauptsächlich internationale Songs, die man einfach kennt. Die DJane war sehr hot übrigens 😉 Hat sehr gute Arbeit gemacht! Der Club war der Hit! Man erkennt zwar nicht viel davon, aber man hört die Musikrichtung.

 

Wir hatten einen eigenen Tisch, wo schon Getränke bereit standen. 8 Coronas, 20 Tequilas, jeweils 5 Sex on the Beach und Mojitos, später kam noch ein Champagner, Popcorn und eine Obstplatte dazu. Wir spielten Trinkspiele, die wohl in Deutschland keiner kennen dürfte, womit ich dann was echt cooles zum Vorzeigen hätte! Falls ihr neugierig seid und sie auch lernen wollt, hinterlasst einfach ein Kommentar. Ich erkläre sie dann in weiteren Artikeln.

Den ganzen Abend wurde nie über Geld oder Bezahlung gesprochen, nur getrunken und nachbestellt, immer wieder, obwohl noch nicht mal die Hälfte ausgetrunken wurde. Puuuuuhh.

 

Mir ging es super gut, vor dem Trinken, während dem Trinken und nach dem Trinken eigentlich auch. Auf der Heimfahrt lag ich dann auf einmal flach im Auto und schlief ein, was ein großer Fehler war, wie sich bemerkbar machte, als wir am Hotel ankamen, aber da will ich jetzt nicht ins Detail gehen 😀 richtig fail war das. Die Hotelmitarbeiter waren aber so freundlich und zuvorkommend, dass ich am nächsten Morgen im Erdboden versinken wollte.

 

Ende gut, alles gut!

 

Ich habe meinen Koffer gar nicht mehr erwähnt, weil ich fast meinen ganzen Urlaub über, ihn nicht bekam. Mir wurde zwar tägliches Update gegeben, aber auch nur, dass sie noch immer nicht wussten, wann und von wo der Koffer kommt. Zwei Tage vor meiner Rückreise nach Deutschland wurde er mir dann eeeeeendlich gebracht – und das um 23.30 Uhr abends! Fand ich wirklich super, dass die sich so spät abends noch die Mühe machten. Auch wenn ich mich anfangs tierisch über die Airline aufregte, freute ich mich dennoch, dass mein Koffer wieder aufgetaucht ist, denn ich dachte der wäre für immer weg. Mein Gesamteindruck dieser Reise konnte mir nichts und niemand kaputt machen, nicht mal das Verschwinden meines Koffers! Meinem Freund geht es Gottseidank genauso und er ist dankbar, dass ich ihn mitgenommen habe ♥

 

Eure Lucy