Menschen

Wer kennt das nicht? Man steht ganz alleine vor vielen Menschen, alle Augen sind auf dich gerichtet. Was fühlst du dabei? Manch einer würde jetzt sagen: „Ich fühl mich wunderbar, ich liebe es im Mittelpunkt zu stehen und ich liebe es, wenn alle Aufmerksamkeit auf mich gerichtet ist.“ Doch die Meisten würden sagen: „Ich mag es nicht. Würde am liebsten im Erdboden versinken.“

Es gibt mehrere Formen der Menschenallergie, von harmlos bis ziemlich übel ist alles dabei. Doch wie zeichnen sich die Symptome aus? Und wie wird es geheilt? Geht das überhaupt?

 

Schüchternheit

 

Ca. 75 Prozent aller Menschen haben Angst vor großen Veranstaltungen, Vorträge halten und unter Fremden zu sein, Fremde anzusprechen, geschweige denn eine Person, die einem gefällt. Man fühlt sich aufgeschmissen. Wovor hat man denn Angst? Wieso existiert diese Angst? Unsere Phantasie spielt verrückt, bei dem Gedanken uns könnte was peinliches passieren, worüber dann alle lachen, und dass wir zum Gespött des Abends werden. Oder auf Ablehnung zu stoßen. Wir malen uns das schlimmste vom schlimmsten aus.

 

Doch das muss nicht sein. Wir sollten mal genau überlegen, was das schlimmste wäre, was passieren könnte. Ablehnung? Zurückweisung? Warum ist das denn so schlimm? Sollte der Gegenüber Desinteresse zeigen, dürfen wir das nicht persönlich nehmen, der- oder diejenige hatte wohl einfach einen schlechten Tag und ist nicht in der Stimmung für ein Gespräch. Das ist aber IHR Problem und nicht eures. Das wichtigste an allem: Ihr dürft es nicht persönlich nehmen.

 

Mangel an Selbstbewusstsein

 

Leute mit wenig Selbstbewusstsein sind meist auch schüchtern. Man sieht es ganz gut an Partys. Viele stehen einfach nur außerhalb der Tanzfläche und hoffen nicht bemerkt zu werden. Sie befürchten sie sehen nicht gut genug aus, haben kein tolles Outfit, wie die anderen, sind nicht so redegewandt, wie die anderen und können auch nicht tanzen. Das alles aber sind nur die eigenen Wahrnehmungen. Eventuell stießen diese Leute in der Vergangenheit mal auf starke Abneigung anderer, was sich dann tief in ihr Unterbewusstsein festgesetzt hat und ihnen die Angst gibt, dass es ständig wieder passieren könnte. Eric Berne, der die psychologische Transaktionsanalyse begründete, sagte dazu Kindheits-Ich-Zustand; wir können abgespeichertes Erleben von früher erneut aktivieren. Doch dazu siehe, was ich schon weiter oben schrieb: Das ist das Problem des Anderen, welches sich in tiefer Unzufriedenheit widerspiegelt und sich durch die Unsicherheit anderer profiliert. Leider bleiben solche Erfahrungen in unserem Bewusstsein hängen und lassen uns ständig an uns selbst zweifeln.

Die wenigsten Menschen wissen sich selbst zu schätzen und wie man sich liebt. Aber Moment mal, sich selbst lieben? Ja richtig, ihr müsst im Reinen mit euch, eurem Körper und Geist sein, erst dann strahlt ihr eine innere Zufriedenheit aus, die sich durch Sympathie anderer zeigt. Hört auf, euren inneren Kritiker Glauben zu schenken und lernt euch selbst aufzubauen. Jeder einzelne hat die Wahl sich zwischen positiven und negativen Gedanken zu entscheiden. Lasst nicht die anderen aus der Vergangenheit oder Gegenwart entscheiden wer oder was ihr seid, tut es selbst. Kreieren wir einen neuen Erlebenszustand, der sich in angemessener Weise voll und ganz auf das Hier und Jetzt bezieht. Diese wird von Eric Berne als Erwachsenen-Ich-Zustand bezeichnet.

 

Abneigung gar Hass gegenüber Menschen

 

Das ist die härteste Form der Menschenallergie und somit auch am schwersten zu überwinden. Sowas kommt nicht von irgendwo, da muss einem schlimmes widerfahren sein, um solch eine extreme Abneigung zu empfinden. Etwas, was man nie mehr vergisst, was für immer ein Teil der Erinnerung bleibt. So etwas kann ein schmerzhafter Verlust sein, eine Straftat oder Gewalt. Diese Menschen empfinden tiefes Misstrauen gegenüber anderen Menschen, die sie nicht einschätzen können. Sie haben das Gefühl, von jedem jederzeit angreifbar zu sein, verletzbar. Das kann sich bis hin zu Hass und Wut entwickeln, die sie gegenüber Menschen empfinden. Durch die Vermeidung anderer Menschen versuchen sie sich selbst zu schützen, da sie nicht bereit sind Konflikten gegenüber zu treten.

Dass das auf Dauer aber keine Lösung ist wissen wir alle. Man kann im Leben nicht den Kontakt zu anderen Menschen vollkommen meiden, man ist immer mal auf Hilfe angewiesen oder muss Gespräche führen, und man läuft ihnen überall über den Weg. Es sei denn man lebt auf einer einsamen Insel, aber das ist wohl der aller seltenste Fall, da ein Mensch einfach soziale Kontakte braucht. Eine völlige Abschottung verursacht auf Dauer psychische Probleme. Ich weiß wovon ich spreche. In diesem Fall ist es ratsam, sich professionelle Hilfe zu holen. Eine Therapie zu machen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Weg zur Lösung. Nur wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Denn aus der Transaktionsanalyse gehen diese Grundgedanken heraus:

  • Jeder Mensch hat die Fähigkeit, zu denken und Probleme zu lösen.
  • Jeder Mensch ist in all seinen Schattierungen und in seiner Ganzheit in Ordnung.
  • Jeder Mensch ist in der Lage, Verantwortung für sein Leben und dessen Gestaltung zu übernehmen. Er verfügt dazu über die Fähigkeit der bewussten Wahrnehmung und Steuerung seiner mentalen, emotionalen und sensorischen Vorgänge und der sich daraus ergebenden Handlungen bzw. sozialen Interaktionen.
  • Jeder Mensch wird als fähig angesehen, sein Lebenskonzept (oder Lebensgestaltungsmuster) schöpferisch, zuträglich und konstruktiv zu gestalten.
Quelle http://www.dgta.de