Militante Tierschützer

Keine Frage, ich liebe Tiere. Seit ich klein bin, liebe ich sie. Ich wollte mal Tierärztin werden, jedoch stellte sich im zunehmenden Alter heraus, dass ich kaum Blut sehen kann. Ich habe mich dennoch entschieden, später mit Tieren zu arbeiten, sie sind mir einfach liebere Gesellen als Menschen. Aber Tierliebe ist längst nicht alles, was mich zum Tierschützer macht. Ehrlich gesagt, bin ich mir auch gar nicht sicher, ob ich mich so bezeichnen möchte.

 

Wer ist ein richtiger Tierschützer?

 

Züchter sind nur profitgeil und vollzeitberufstätige Hundehalter Tierquäler? Wer kein Tier aus dem Tierheim holt, dem ist das Leid der vielen armen heimlosen Tieren egal? Sind nur die Vegetarier richtige Tierschützer? Oder noch besser, nur die Veganer? Sind alle „Fleischfresser“ Mörder? All das und noch viel mehr kursiert vielfach im Internet, auf Foren und Social Medias herum. Ich muss sagen, ich bin schockiert! Das kann man doch nicht einfach so pauschalisieren. Wo kommen bloß diese ganzen militanten Möchtegern Tierschützer her? Allen Anschein nach haben die Wenigsten Ahnung davon, was sie von sich geben. Hauptsache genörgelt ohne sich richtig informiert zu haben.

Ein gutes Beispiel wird hier genannt.

Ich kenne mich zwar nicht so sehr mit Pferden aus – wie in diesem Artikel beschrieben – aber mit was ich mich auskenne sind übereifrige, besserwisserische Menschen, die meinen immer alles besser zu wissen – zu kennen – zu machen, ohne überhaupt ein Gespräch mit dem „Bemängelndem“ zu suchen. Wenn jemand nicht in deren Schema passt, wird man gleich als Tierquäler oder sonstigem beschimpft und schlecht dargestellt, im schlimmsten Fall sogar Gerüchte in die Welt gesetzt.

So habe ich beispielsweise viele Tierforen durchgelesen (mich aber mit dem Kommentieren und Diskutieren zurückgehalten), hauptsächlich zum Thema Hundehaltung etc. und feststellen müssen, dass sich mittlerweile jeder als „Tierschützer“ bezeichnen kann, wenn sie sich selbst für einen halten. Viele Ersthundhalter suchen Rat und bitten um Erfahrungen, weil sie sich um das Wohl der Tiere kümmern und Angst haben Dinge falsch zutun, die man von Anfang an vermeiden könnte. Das finde ich sehr wichtig, da man erkennt, dass ihnen das Wohl des Tieres am Herzen liegt. Außerdem sind Foren doch dazu da, um sich gegenseitig zu helfen und auszutauschen. Da kann ich es einfach nicht nachvollziehen, wie manche Menschen so unfreundliche und teilweise aggressive Antworten geben können. Kein Wunder wenn sich dann keiner mehr traut Fragen zu stellen, wenn man direkt so angefahren wird. Wir leben doch in einer kommunikativen Welt!

 

Tiere personifizieren?

 

Ich frage mich ernsthaft wie viele Menschen in dem Glauben leben, man müsste ein Tier mit dem Mensch gleichstellen. Ein Hund darf nie denken, er wäre der Alpha des Rudels! Da gehört konsequente Erziehung und auch mal kleine Bestrafungen in Form von Abwendung dazu. Denn Du bist der Herr/die Herrin des Hauses! Manche Menschen scheinen das nicht zu kapieren und erlauben ihrem Hund alles, sodass sie tun und lassen was sie wollen. Ihrer Meinung nach tut man das so aus Liebe. Mit ihren Kindern machen sie das hoffentlich nicht. Verwöhnung ist keine gute Erziehung! Heißt natürlich auch nicht, dass ständige Bestrafung eine richtige Methode ist. Es gibt nicht die Methode. Jeder einzelne muss sich mit seinem Tier auseinandersetzen, seine eigene Methode finden und dem Tier dabei nicht zu schaden kommen lassen. Am besten holt man sich zusätzlich Hilfe durch Fachbücher, anstatt Meinungen anderer Menschen im Internet.

 

Tierprodukte – Fleisch und Co.

 

Jetzt komme ich zu einem sehr sehr sehr sehr ausgelutschtem Thema zweier „Parteien“, die sich schon seit Ewigkeiten im Internet bekriegen. Veganer – Fleischesser. Man oh man. Zunächst finde ich es eine tolle Einstellung, aus Mitleid und Liebe zum Tier, keine Tierprodukte konsumieren zu wollen, da es wahrhaftig genug leidende Tiere auf der Welt gibt, die wegen uns Konsumenten gequält werden. Jedoch halte ich es für fragwürdig jedem seine Einstellung aufzwingen zu wollen, gar sich aggressiv gegenüber Fleischkonsumenten zu verhalten (natürlich auch anders herum). Informieren statt Aufzwingen! 

Hier habe ich einen Artikel darüber gefunden, ob es überhaupt möglich ist komplett vegan zu leben.

So, zuletzt möchte ich betonen, dass ich absolut nicht gegen Tierschutz bin, ja es sogar sehr befürworte. Jedoch finde ich es sehr unangebracht ahnungslos Situationen bewerten zu wollen, über die man sich nicht vorher ausgiebig informiert hat. Tierschutz heißt nicht sich in der Öffentlichkeit das Maul zu zerreißen, sondern aktiv zu helfen und zwar mit ausreichend Informationen und Gespräche mit dem „Bemängelndem“. Manchmal ist es einfach nur eine irrtümliche Beurteilung.