Story of Jane

„Schätzchen, machst du bitte das Fenster bei dir auf? Die Klimaanlage ist ausgefallen. Dein Vater sollte mal wieder unseren alten Campingwagen überprüfen.“

„Ja, Mommy. Wie findest du die neue Friseur von meiner Puppe Elli?“

„Sehr kreativ, Schätzchen. Setz‘ dich aber bitte wieder hin, die Straße ist sehr kurvig. Wir möchten doch nicht, dass dir was passiert.“

Tatiana und ihre kleine Tochter Jane befanden sich auf ihrem jährlichem Mutter-Tochter Ausflug 450 Kilometer von ihrem Zuhause Santiago de Chile entfernt. Sie hatten sich gemeinsam vorgenommen, jede Stadt Chiles zu besuchen. Es war ein sonniger Tag, so wie jeder Tag, die sie zusammen verbrachten, selbst wenn es regnete. Die kleine Jane war ein Sonnenschein, ganz nach ihrer Mutter. An diesem Tag waren sie gerade am Strand und befanden sich nun auf der Weiterreise. Eine wunderschöne Landschaft war vor Ihnen, als würden sie einem Gemälde entgegenfahren.

„Kannst du nicht schneller fahren? Hinter uns fährt ein Auto ganz schön nah an uns ran.“

„Tut mir Leid, Schätzchen, aber die Straßen sind ziemlich eng und in den Kurven kann ich leider nicht schneller fahren.“

Jane stand am Fenster des Campingwagens und schaute nach draußen. Sie sah, wie das Auto mit getönten Scheiben immer näher kam und schließlich neben ihr fuhr.  Als Tatiana sich nach ihr umdrehte und fragte, ob alles in Ordnung sei, krachte es gewaltig. Funken sprühten, Reifen quietschten und der Wagen gelang von der Straße ab. Ehe man sich versah, rutschte er den Hang hinunter und begann zu brennen. Jane wurde währenddessen aus dem offenen Fenster geschleudert und lag im Gebüsch neben dem brennenden Wagen. Der Camper brannte lichterloh.

Bis der Notarzt vor Ort war, war der Campingwagen bereits komplett ausgebrannt, alles Innenleben wurde vollständig zerstört. Die kleine Jane wurde sofort ins nächste Krankenhaus gebracht, wo auch ihr Vater zu ihr eilte. Er setzte sich stillschweigend an ihr Bett, überall hingen Schläuche aus ihr heraus. Der Doktor kam herein.

„Doktor, was passiert jetzt mit meiner Tochter, wird sie es überstehen? Was ist mit meiner Frau?“

„Mr. Thompson, momentan steht es noch in den Sternen. Ihre Tochter befindet sich in einem tiefen Koma, ob sie daraus jemals erwachen wird, ist ungewiss. Ihre Kopfverletzung war nicht ganz ohne. Hören Sie, stellen Sie sich auf das schlimmste ein. Die Chancen, dass jemand aus so einem Koma erwacht sind sehr gering. – Für Ihre Frau kam leider jede Rettung zu spät. Es blieb leider kaum etwas von der Leiche übrig, sodass eine Identifizierung nicht möglich war. Wir gehen von einer vollständigen Verbrennung aus. Es tut mir sehr Leid.“

Paula Thompson, Janes Großmutter kam ins Krankenzimmer gestürmt: „Oh Gott, Mat, was ist mit meinem Sonnenschein passiert? Und wo ist Tatiana?“

„Ich werde Sie am besten jetzt eine Weile allein lassen.“

„Danke, Doktor.“ sagte Matthew mit ruhiger, fast unhörbarer Stimme.

 

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